1. CfR bringt verdienten Heimsieg über die Zeit
1. CfR Pforzheim – Türkspor Neckarsulm 3:2 (2:0)
Der 1. CfR Pforzheim hat sein Heimspiel gegen Türkspor Neckarsulm mit 3:2 gewonnen. Nach einer über weite Strecken überzeugenden Vorstellung und einer scheinbar komfortablen 3:0-Führung machten es die Pforzheimer in der Schlussphase allerdings noch einmal unnötig spannend. Am Ende stand dennoch ein verdienter Heimerfolg, mit dem der CfR wichtige Punkte in der KRAMSKI-ARENA behielt.
Die Gäste erwischten zunächst den besseren Start und setzten die Pforzheimer in den ersten Minuten unter Druck. Bereits nach wenigen Augenblicken erspielte sich Neckarsulm mehrere Eckbälle. Der CfR benötigte etwas Zeit, um Ordnung in sein Spiel zu bringen und selbst die Kontrolle zu übernehmen.
Mit zunehmender Spielzeit wurden die Gastgeber jedoch sicherer. Der CfR hatte nun mehr Ballbesitz, verlagerte das Geschehen immer häufiger in die gegnerische Hälfte und kam zu ersten guten Möglichkeiten. Nach einem Steilpass von Tim Koroll setzte sich Noah Lulic durch, brachte den Ball unter Bedrängnis aber nicht entscheidend auf das Tor. Wenig später bereitete Pedro Almeida Morais mit einer Flanke eine weitere Gelegenheit für Lulic vor, dessen Abschluss nur knapp am Gehäuse vorbeiging.
Auch Enrique Katsianas-Sanchez näherte sich mit einem Schuss aus rund 20 Metern dem Führungstreffer. Auf der Gegenseite blieb Neckarsulm bei seinen gelegentlichen Vorstößen gefährlich, konnte die Pforzheimer Defensive aber nicht entscheidend überwinden.
In der 37. Minute belohnte sich der CfR für seine zunehmend druckvollere Vorstellung. Mit einem Freistoß aus rund 22 Metern trat Cemal Durmus an und setzte den Ball sehenswert zum 1:0 genau in den Winkel. Der Treffer gab den Gastgebern zusätzliche Sicherheit.
Kurz vor der Pause legten die Pforzheimer nach. Nach einer gelungenen Angriffsaktion erzielte Enrique Katsianas-Sanchez nach einem Doppelpass mit Noah Lulic in der 45. Minute das 2:0. Damit ging der CfR nach anfänglichen Schwierigkeiten mit einer verdienten Zwei-Tore-Führung in die Kabine.
Türkspor Neckarsulm reagierte zur zweiten Halbzeit mit einem Doppelwechsel. Doch zunächst blieb der CfR die klar bessere und gefährlichere Mannschaft. Nach einem Flugball in den Strafraum legte Cemal Durmus auf Marvin Gnaase zurück, dessen Schuss im letzten Moment von einem Neckarsulmer Verteidiger zur Ecke abgeblockt wurde.
Auch Katsianas-Sanchez hatte nach einer Flanke von Simon Guggenbühler die Chance auf seinen zweiten Treffer. Die Gastgeber kontrollierten das Geschehen und ließen den Gästen kaum Möglichkeiten, selbst gefährlich vor das Pforzheimer Tor zu kommen.
In der 67. Minute schien die Begegnung endgültig entschieden. Nach einem weiteren Eckball des CfR kam Yasin Raouafi zum Abschluss und jagte den Ball kompromisslos zum 3:0 ins Tor – wieder unhaltbar in den Winkel. Die Pforzheimer hatten das Spiel zu diesem Zeitpunkt fest im Griff und waren dem vierten Treffer näher als die Gäste ihrem ersten Tor.
Wie auch in der Pressekonferenz nach der Partie deutlich wurde, war der CfR über lange Phasen die tonangebende Mannschaft und hatte sich die klare Führung durch sein zielstrebiges Spiel verdient. Kritisch betrachtet wurde jedoch, dass die Mannschaft nach dem 3:0 an Konsequenz verlor und dem Gegner dadurch noch einmal den Weg zurück in die Begegnung eröffnete.
In der 75. Minute gelang dem eingewechselten Ozan Suncak nach einem krassen Fehler in der Hintermannschaft der Anschlusstreffer zum 3:1. Eigentlich hatte der 1. CfR die Partie weiterhin unter Kontrolle, doch Neckarsulm gewann nun zunehmend an Selbstvertrauen. Die Gäste agierten offensiver und setzten die Pforzheimer Defensive stärker unter Druck.
Nur sieben Minuten später war Suncak erneut zur Stelle und verkürzte auf 3:2. Aus einem komfortablen Vorsprung war plötzlich eine offene Schlussphase geworden. Der 1. CfR, der zuvor zahlreiche Möglichkeiten gehabt hatte, das Spiel endgültig zu entscheiden, musste nun um den bereits sicher geglaubten Heimsieg kämpfen.
Die Gastgeber hatten durch den eingewechselten Gianluca Trianni noch einmal eine gute Gelegenheit. Nach einer schönen Flanke rutschte ihm der Ball jedoch über den Schuh. Auf der Gegenseite warf Neckarsulm in den letzten Minuten alles nach vorne.
Die Schlussphase entwickelte sich zu einem hektischen Hin und Her. In der Nachspielzeit kamen die Gäste noch einmal zu einem Freistoß und mehreren Strafraumsituationen. Torhüter Enrico Piu stand zunächst sicher, sah wegen Zeitspiels aber noch die Gelbe Karte. Kurz vor dem Abpfiff verfehlte er bei einer Hereingabe den Ball, doch auch aus dem anschließenden Eckstoß konnte Neckarsulm kein Kapital mehr schlagen.
Nach insgesamt 96 Minuten war der Heimsieg unter Dach und Fach. Der CfR musste sich zwar vorwerfen lassen, eine klare 3:0-Führung durch zwei vermeidbare Gegentreffer noch einmal gefährdet zu haben. Über die gesamte Spielzeit gesehen war der Erfolg jedoch verdient. Die Pforzheimer erspielten sich die besseren Möglichkeiten, bestimmten über weite Strecken das Geschehen und zeigten insbesondere zwischen der Mitte der ersten Halbzeit und dem dritten Treffer eine starke Leistung.
Unter dem Strich bleiben drei wichtige Punkte – und zugleich die Erkenntnis, dass eine Begegnung auch bei einem vermeintlich beruhigenden Vorsprung bis zum Schlusspfiff mit voller Konzentration zu Ende gespielt werden muss.
Trainer Pablo Gil Sarrión hatte nach dem Spiel folgende Worte:
Du denkst, nach 3 Toren hast du alles unter Kontrolle. Aber dann machst du einen Fehler oder durch einen Standard fällt ein Gegentor. Dann gerätst du plötzlich in Panik und alles läuft durcheinander. Darauf müssen wir aufpassen. Wenn so ein Chaos entsteht, müssen wir lernen, damit umzugehen. Und das werden wir auch lernen.
Am kommenden Samstag tritt die Mannschaft an beim FV Ravensburg. Wir berichten live vom Geschehen.
