Gnaase trifft gegen seinen Ex-Club – CfR feiert wichtigen Heimsieg

Gnaase trifft gegen seinen Ex-Club – CfR feiert wichtigen Heimsieg

1. CfR Pforzheim – 1. FC Normannia Gmünd 1:0 (0:0)

Gelungener Einstand für Steven Riechers – Pforzheim belohnt sich für eine starke erste Halbzeit und sichert sich drei wichtige Punkte.

Der 1. CfR Pforzheim kann wieder gewinnen! Nach schwierigen Wochen mit enttäuschenden Ergebnissen feierte die Mannschaft am Samstagnachmittag einen knappen, aber verdienten 1:0-Heimsieg gegen den 1. FC Normannia Gmünd. Ausgerechnet der ehemalige Gmünder Marvin Gnaase erzielte in der 62. Minute den entscheidenden Treffer. Für den neuen kommissarischen Cheftrainer Steven Riechers war es damit ein gelungener Einstand an der Seitenlinie.

Nach der Trennung von Pablo Gil Sarrión hatte Riechers unter der Woche die Verantwortung für die Mannschaft übernommen. Dabei ging es zunächst weniger um große Veränderungen als vielmehr darum, der zuletzt verunsicherten Mannschaft wieder Stabilität, Selbstvertrauen und eine klare spielerische Linie zu vermitteln. Dass die Arbeit der vergangenen Tage bereits erste Früchte trägt, war insbesondere in der ersten Halbzeit deutlich zu erkennen.

Pforzheim übernimmt von Beginn an die Kontrolle

Der CfR begann konzentriert, zeigte sich ballsicher und übernahm früh die Initiative. Mit einem strukturierten Spielaufbau und guten Kombinationen über die Außenbahnen setzten die Gastgeber die Normannia immer wieder unter Druck. Besonders Enrique Katsianas-Sanchez sorgte mit seinen Aktionen für Gefahr.

Bereits in der 17. Minute gab Noah Lulic den ersten gefährlichen Torschuss ab. Wenig später wurde ein Abschluss von Kapitän Marvin Gnaase geblockt. In der 30. Minute kombinierten sich Katsianas-Sanchez und Gnaase sehenswert in den Strafraum, doch der Schuss von Pedro Almeida Morais wurde zur Ecke abgefälscht.

Die Gäste blieben zunächst weitgehend in der Defensive, hatten in der 32. Minute allerdings eine gute Gelegenheit. Bleart Dautaj prüfte Elvin Kovac, der bei seinem ersten Einsatz nach seiner Rückkehr ins Pforzheimer Tor mit einer starken Parade einen Rückstand verhinderte.

Ansonsten bestimmte der CfR das Geschehen. In der 37. Minute wurde ein Schuss von Lulic nach schöner Vorarbeit von Katsianas-Sanchez zur Ecke abgewehrt. Kurz vor der Pause folgte eine weitere sehenswerte Kombination über Luka Bilac und Katsianas-Sanchez. Der anschließende Abschluss von Lulic wurde im letzten Moment verhindert.

So ging es trotz deutlicher Feldüberlegenheit und mehrerer guter Möglichkeiten torlos in die Kabinen.

Kapitän Gnaase übernimmt Verantwortung

Nach dem Seitenwechsel zeigte sich zunächst ein anderes Bild. Die Gäste aus Schwäbisch Gmünd kamen deutlich energischer aus der Kabine, während beim CfR die Passgenauigkeit und das Tempo im Spielaufbau etwas nachließen. Die Begegnung wurde ausgeglichener, viele Ballverluste auf beiden Seiten verhinderten zunächst einen geordneten Spielfluss.

Doch dann war es ausgerechnet der Kapitän, der den Bann brach. In der 62. Minute brachte Marvin Gnaase seine Mannschaft mit seinem dritten Saisontreffer in Führung. Für den ehemaligen Gmünder war es ein ganz besonderer Treffer – und für seine Mannschaft ein enorm wichtiges Erfolgserlebnis.

Der CfR versuchte anschließend, die Führung auszubauen. Yannick Sagert hatte in der 69. Minute nach einem Eckball eine gute Möglichkeit, setzte seinen Abschluss jedoch über das Tor.

Spannende Schlussphase – CfR bringt Führung über die Zeit

In der Schlussphase erhöhten die Gäste noch einmal den Druck. Zwar landete der Ball in der 78. Minute nach einer Aktion von Lulic erneut im Gmünder Netz, doch der Assistent hatte eine Abseitsstellung erkannt. Der Treffer zählte nicht.

Auf der Gegenseite hatte Tim Grupp praktisch im direkten Gegenzug die große Chance zum Ausgleich, schoss den Ball jedoch über das Pforzheimer Tor. Auch in den letzten Minuten wurde es im Strafraum der Gastgeber noch einmal gefährlich. Doch die Defensive hielt stand, und Kapitän Gnaase war nicht nur als Torschütze, sondern auch mit einer wichtigen Klärungsaktion in der 86. Minute zur Stelle.

Nach vier Minuten Nachspielzeit war der wichtige Heimsieg perfekt. Der Jubel und die Erleichterung auf Pforzheimer Seite waren entsprechend groß.

Riechers sieht einen wichtigen ersten Schritt

Der neue Cheftrainer Steven Riechers zeigte sich nach der Partie zufrieden mit der Leistung seiner Mannschaft, insbesondere mit dem Auftritt vor der Pause.

„Wir haben es in der ersten Halbzeit sehr gut gemacht. Wir waren darauf konzentriert, einen guten Spielaufbau und viel Ballbesitz zu haben. Das war uns in den letzten Spielen etwas abhandengekommen“, erklärte Riechers.

Dass seine Mannschaft nach dem Seitenwechsel nicht mehr ganz an die Leistung der ersten 45 Minuten anknüpfen konnte, sah der Trainer ebenfalls: „In der zweiten Halbzeit haben wir die Passgeschwindigkeit nicht mehr so hoch gehalten. Dann kannst du auch nicht mehr so viel Gefahr ausstrahlen.“

Liveticker mit Video-Highlights

Entscheidend war für ihn jedoch, dass die Mannschaft die unter der Woche erarbeiteten Inhalte bereits auf dem Platz umsetzen konnte. „Wir hatten in dieser Woche erst einmal einen anderen Fokus. Wir wollten wieder Stabilität finden und einen neuen Plan aufziehen. Ich bin durchaus zufrieden, denn die Themen, die wir angesprochen und angegangen sind, haben wir heute im Spiel erkennen können. Wir sind mit dem ersten Schritt jetzt da, wo wir sein wollten.“

Für die kommenden Wochen kündigte Riechers weitere Veränderungen im Spiel seiner Mannschaft an. Insbesondere im Spielaufbau und bei den Aktionen über die Flügel möchte der neue Trainer neue Akzente setzen.

Ein Sieg, der Mut macht

Nach den Rückschlägen der vergangenen Wochen war dieser Erfolg für den 1. CfR weit mehr als nur ein gewöhnlicher Heimsieg. Die Mannschaft zeigte vor allem im ersten Durchgang wieder spielerische Qualitäten, übernahm Verantwortung und belohnte sich am Ende für ihren Einsatz.

Auch wenn noch längst nicht alles funktionierte und die Gäste in der Schlussphase durchaus Möglichkeiten zum Ausgleich hatten, war der Auftritt ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.

Drei Punkte, erstmals seit längerer Zeit wieder ohne Gegentor und ein gelungener Einstand für Steven Riechers – darauf lässt sich aufbauen. Nun gilt es, die gewonnene Stabilität weiterzuentwickeln und mit neuem Selbstvertrauen die kommenden Aufgaben anzugehen.