1. CfR feiert Badische Meisterschaft

1. CfR feiert Badische Meisterschaft

Ein Turniersieg, ein starker dritter Platz und vor allem jede Menge Begeisterung: Die Inklusionsfußballer des 1. CfR Pforzheim erlebten beim großen Finalspieltag der ELB-Inklusionsliga Nordschwarzwald beim SV Vollmaringen einen besonderen Fußballtag. Dabei zeigte sich einmal mehr, dass sportlicher Ehrgeiz und gelebte Inklusion hervorragend zusammenpassen.

Wenn beim Fußball Ergebnisse für einen Moment in den Hintergrund treten und trotzdem auf jedem Platz mit Leidenschaft um jeden Ball gekämpft wird, dann ist Inklusionsfußball angesagt. Genau diese besondere Mischung prägte den Finalspieltag der ELB-Inklusionsliga Nordschwarzwald am vergangenen Wochenende beim SV Vollmaringen.

Bei bestem Wetter kamen zahlreiche Mannschaften zusammen, um gemeinsam Fußball zu spielen und die Saison zu einem würdigen Abschluss zu bringen. Gespielt wurde in unterschiedlichen Leistungsklassen, sodass die sportlichen Voraussetzungen der Spielerinnen und Spieler berücksichtigt wurden. Alter und Geschlecht spielten dabei ebenso wenig eine entscheidende Rolle wie unterschiedliche körperliche oder geistige Voraussetzungen.

1. CfR III krönt einen perfekten Turniertag

Aus Sicht des 1. CfR Pforzheim gab es dabei auch sportlich allen Grund zur Freude. Besonders die dritte Mannschaft der CfR-Inklusionsabteilung erwischte einen herausragenden Tag.

In der Verbandsliga Baden blieb der CfR Pforzheim III als einzige Mannschaft des gesamten Turniers ungeschlagen. Mit konstant guten Leistungen erspielten sich die Pforzheimer am Ende einen Vorsprung von drei Punkten auf den SV Zimmern II und sicherten sich damit verdient den ersten Platz. Dahinter folgten die Schwarzwaldwerkstatt Dornstetten, der SV Deckenpfronn II, Caritas Pforzheim und Atrio Leonberg.

Damit durfte das CfR-Team bei der abschließenden Siegerehrung den Siegerpokal entgegennehmen. Doch mindestens ebenso wichtig wie die Platzierung war die Art und Weise, wie sich die Mannschaft präsentierte: gemeinsam auftreten, füreinander arbeiten, sich gegenseitig unterstützen und dabei die Freude am Fußball nie aus den Augen verlieren.

Genau diese Werte prägen die Inklusionsabteilung des 1. CfR schon seit vielen Jahren.

Auch 1. CfR V überzeugt

Auch in einer weiteren Spielklasse waren die blau-weißen Farben erfolgreich vertreten. In der Baden-Württemberg Liga 1 belegte der CfR Pforzheim V einen starken dritten Platz.

Den Gruppensieg holte sich hier die SG Lebenshilfe Nagold/Horb/Sulz, die sich mit überzeugenden Leistungen an die Spitze setzte. Platz zwei ging an OH Heilbronn, unmittelbar dahinter folgte bereits die Mannschaft des 1. CfR. Der SV Zimmern III komplettierte das Teilnehmerfeld dieser Spielklasse.

Damit kehrten die Pforzheimer nicht nur mit einem Turniersieg, sondern auch mit einer weiteren hervorragenden Platzierung aus Vollmaringen zurück.

Inklusion beim 1. CfR ist weit mehr als Fußball

Der Auftritt in Vollmaringen fügt sich in eine inzwischen lange Geschichte der Inklusionsarbeit beim 1. CfR ein. Die Abteilung feierte Anfang 2026 ihr zehnjähriges Bestehen innerhalb des Vereins; die Wurzeln der Mannschaft reichen sogar bereits 25 Jahre zurück. Inzwischen zählt die CfR-Inklusion fast 80 aktive und passive Mitglieder. Trainiert wird regelmäßig in drei unterschiedlichen Leistungsklassen.

Dabei versteht der Verein Inklusion längst nicht nur als die Möglichkeit, gemeinsam Fußball zu spielen. Die Mitglieder sind Teil des gesamten Vereinslebens. Sie helfen bei Arbeitseinsätzen in der KRAMSKI-ARENA, unterstützen Veranstaltungen, sind als Fans bei den Spielen der ersten Mannschaft dabei und engagieren sich teilweise sogar als Co-Trainer in Jugendmannschaften. 2024 wurde dieses Engagement mit dem ersten Platz beim Sepp-Herberger-Award des DFB in der Kategorie Inklusion ausgezeichnet.

Auch sportlich ist die Abteilung längst fest etabliert. Erst im Juni richtete der 1. CfR zum achten Mal seinen großen SWP-Fußball-Cup für Menschen mit Behinderung aus. Rund 30 Mannschaften waren dabei in der KRAMSKI-ARENA am Start.

CfR und Vollmaringen verbindet eine lange Freundschaft

Der Besuch beim SV Vollmaringen ist für die CfR-Inklusionsfußballer ebenfalls längst kein gewöhnlicher Auswärtstermin mehr. Zwischen beiden Vereinen besteht seit Jahren eine enge sportliche Verbindung. Bereits 2019 nahm eine Mannschaft des CfR erstmals am traditionellen Turnier in Vollmaringen teil. Im Juli 2025 war der CfR erneut zu Gast und gewann dort mit einem überwiegend aus Reservespielern zusammengestellten Team einen Pokal.

Auch bei der Entstehung der heutigen Inklusionsliga spielten Vollmaringen und der 1. CfR eine wichtige Rolle. Die ELB-Inklusionsliga Nordschwarzwald wurde geschaffen, um den Mannschaften neben einzelnen Turnieren einen regelmäßigen Spielbetrieb über Bezirksgrenzen hinweg zu ermöglichen. Der SV Vollmaringen gehörte mit Jürgen Kistner und seinem Team von Beginn an zu den treibenden Kräften dieses Projekts.

Umso passender war es, dass nun ausgerechnet in Vollmaringen der Finalspieltag stattfand.

Ein Gastgeber mit viel Herz für die Inklusion

Großen Anteil am gelungenen Tag hatten Jürgen Kistner und die vielen Helferinnen und Helfer des SV Vollmaringen. Der Verein beschäftigt sich bereits seit Jahrzehnten mit dem Thema Inklusion und organisiert regelmäßig Veranstaltungen für Menschen mit Handicap. Schon 2022 verwies der SV darauf, dass entsprechende Aktivitäten in Vollmaringen bereits seit 1986 stattfinden.

Beim diesjährigen Finalspieltag sorgte das Organisationsteam erneut für einen Rahmen, in dem sich Mannschaften, Betreuer und Gäste wohlfühlen konnten.

Bei der abschließenden Siegerehrung wurden die Leistungen von Jürgen Kistner, WFV-Vertreter Horst Dürr und dem Bezirksvorsitzenden Wolfgang Ottmar gewürdigt. Eine wichtige Rolle spielt zudem Sponsor Siggi Blum mit seinem ELB-Team, der die Liga seit ihrer Gründung unterstützt. Gemeinsam mit seiner Frau Ilse hatte er diesmal eine besondere Aktion vorbereitet: Speziell für die Inklusionsliga produzierte Shirts wurden verkauft. Dabei kamen mehr als 500 Euro zusammen, die für den inklusiven Spielplatz in Vollmaringen gespendet wurden.

Am Ende gab es nur Gewinner

Eine schöne Geschichte am Rande zeigte, was diesen Wettbewerb ausmacht: Ein Spieler des FC Grosselfingen feierte ausgerechnet am Turniertag seinen 50. Geburtstag. Statt seinen runden Geburtstag anderweitig zu feiern, stand er für seine Mannschaft auf dem Fußballplatz – und erzielte dabei gleich fünf Tore.

Bei der Siegerehrung erhielten schließlich die Teilnehmer Medaillen, Urkunden und Pokale. Natürlich wurde zuvor um Punkte und Tore gekämpft. Natürlich freuten sich die Spieler des CfR III über ihren Turniersieg und die Mannschaft des CfR V über ihren dritten Platz. Aber spätestens bei der gemeinsamen Siegerehrung wurde deutlich, worum es an diesem Tag tatsächlich ging.

Um Begegnung. Um Gemeinschaft. Um Anerkennung. Und darum, Menschen über den Fußball zusammenzubringen.

Für den 1. CfR Pforzheim war Vollmaringen deshalb in mehrfacher Hinsicht ein erfolgreicher Tag. Der Turniersieg des CfR III und der dritte Platz des CfR V sind schöne sportliche Erfolge. Noch wichtiger ist jedoch, dass die Pforzheimer Inklusionsfußballer einmal mehr gezeigt haben, wie selbstverständlich sie ihren Platz auf dem Fußballplatz und innerhalb der großen CfR-Familie einnehmen.

Abteilungsleiter Steffen Bähr ist mehr als zufrieden:

Wir wurden zwar ungeschlagen Meister, aber ein Selbstläufer war das absolut nicht. Bis zum letzten Spiel war alles völlig offen. Der Erfolg ist das Ergebnis einer tollen Gemeinschaft und gegenseitigen Respekts unter den 50 Aktiven und dem 7-köpfigen Trainerteam.

Denn Inklusion bedeutet beim 1. CfR nicht, jemanden mitmachen zu lassen. Es bedeutet, gemeinsam Mannschaft und gemeinsam Verein zu sein.