1. CfR muss sich in Ravensburg erstmals geschlagen geben

1. CfR muss sich in Ravensburg erstmals geschlagen geben

FV Ravensburg – 1. CfR  2:1 (1:0)

Der 1. CfR Pforzheim hat beim FV Ravensburg die erste Niederlage der laufenden Saison hinnehmen müssen. Nach einem frühen Rückstand kämpften sich die Goldstädter in der zweiten Halbzeit durch Noah Lulic zurück, mussten aber nur wenige Minuten später den entscheidenden Treffer zum 1:2-Endstand hinnehmen. Trotz einer druckvollen Schlussphase blieb dem CfR der verdiente Lohn in Form eines Punktgewinns verwehrt.

Trainer Gil Sarrion veränderte seine Anfangsformation gegenüber der vorausgegangenen Partie auf einer Position. Ken Hauser rückte für Admir Osmicic in die Startelf. Bei optimalen äußeren Bedingungen erwischten jedoch die Gastgeber den deutlich besseren Start.

Bereits in der dritten Minute sorgte Ravensburg mit der ersten gefährlichen Aktion und einer Ecke für Druck. Zwei Minuten später lag der Ball dann bereits im Pforzheimer Tor. Nach einem Freistoß von der rechten Seite bekam die CfR-Defensive keinen Zugriff, sodass Michael Seaton völlig frei zum frühen 1:0 einschieben konnte.

„Wir sind zu spät in das Spiel hineingekommen und waren von Anfang an zu weich“, ärgerte sich Sarrion nach der Begegnung. Besonders die Entstehung des Gegentreffers missfiel ihm: „Bei einem Freistoß von außen darf der Ball nicht direkt in den Fünfmeterraum kommen und dort ein Spieler völlig alleine stehen. Das reicht nicht.“

Der frühe Treffer spielte den Gastgebern in die Karten. Ravensburg zog sich etwas zurück, wartete auf Fehler im Pforzheimer Spielaufbau und schaltete nach Ballgewinnen mit hohem Tempo um. Der CfR versuchte zwar, Kontrolle über die Partie zu erlangen, musste aber zunächst immer wieder gefährliche Angriffe der Hausherren abwehren.

In der 15. Minute verhinderte Torhüter Enrico Piu mit einer starken Parade gegen den frei durchgebrochenen Simon Schwarz den zweiten Gegentreffer. Nur eine Minute später bot sich dem CfR die große Gelegenheit zum Ausgleich. Noah Lulic setzte Marvin Gnaase in Szene, dessen Abschluss Ravensburgs Torhüter Haris Holzbaur jedoch glänzend zur Ecke abwehrte.

In der Folge blieb Ravensburg das gefährlichere Team. Nach 21 Minuten tauchte Daniele Gabriele völlig frei rund zehn Meter vor dem Pforzheimer Tor auf, doch erneut reagierte Piu stark und hielt seine Mannschaft mit einem Reflex im Spiel. Auch eine weitere Druckphase mit mehreren Eckbällen überstand der CfR.

Die Goldstädter fanden erst im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit besser in die Begegnung. Nach einer Ecke köpfte Lulic in der 36. Minute knapp über das Tor. Auf der Gegenseite verfehlte Yannik Wolff nach einer Flanke und anschließender Direktabnahme den Pfosten nur um wenige Zentimeter. So blieb es zur Pause beim 0:1 aus Pforzheimer Sicht.

Nach dem Seitenwechsel präsentierte sich der CfR deutlich verbessert. Die Mannschaft übernahm zunehmend die Initiative, hatte mehr Ballbesitz und drängte die Gastgeber phasenweise weit in deren eigene Hälfte. Allerdings blieb Ravensburg über schnelle Gegenangriffe weiterhin gefährlich.

In der 54. Minute musste Piu erneut sein ganzes Können zeigen. Nesreddin Kenniche kam aus kurzer Distanz völlig frei zum Abschluss, doch der Pforzheimer Schlussmann parierte mit einer weiteren Glanztat. Diese Parade hielt den CfR im Spiel – und wenig später fiel auf der anderen Seite der Ausgleich.

In der 61. Minute spielte der CfR einen starken Angriff über die rechte Seite. Marvin Gnaase brachte den Ball überlegt in den Strafraum, wo Noah Lulic hochstieg und mit einem platzierten Kopfball zum 1:1 traf. Für den Angreifer war es bereits der vierte Saisontreffer.

Der Ausgleich war zu diesem Zeitpunkt die Belohnung für eine wesentlich engagiertere zweite Halbzeit. Doch die Freude hielt nur kurz. Bereits drei Minuten später stellte Ravensburg den alten Abstand wieder her. Daniele Gabriele verwandelte einen direkten Freistoß aus rund 18 Metern zum 2:1. Für Piu war der präzise getretene Ball nicht zu erreichen.

„Wir sind in der zweiten Halbzeit viel besser in das Spiel gekommen, waren torgefährlich und haben das 1:1 gemacht“, erklärte Sarrion. „Dann bekommen wir das 1:2 erneut durch einen direkten Freistoß. Das war heute etwas Besonderes.“

Der CfR reagierte mit mehreren Wechseln. Emre Yalcin, Marko Pilic und Dorde Smiljic kamen in die Partie. In der Schlussphase setzte Pforzheim alles auf eine Karte und drängte Ravensburg immer tiefer zurück. Die Gastgeber konzentrierten sich nun fast ausschließlich auf die Verteidigung und warteten auf mögliche Konterchancen.

Für große Aufregung sorgte eine Szene in der 84. Minute. Pedro Almeida Morais war in den Ravensburger Strafraum eingedrungen und kam dort zu Fall. Die Pforzheimer forderten vehement einen Elfmeter, doch der Schiedsrichter ließ weiterspielen. Zuvor hatten bereits die Hausherren nach einem Zweikampf im CfR-Strafraum einen Strafstoß verlangt.

Trainer Sarrion zeigte sich mit einigen Entscheidungen des Unparteiischen unzufrieden. Besonders eine zunächst ausgesprochene und anschließend zurückgenommene Entscheidung habe für Unverständnis gesorgt. Gleichzeitig betonte er jedoch, dass seine Mannschaft bis zum Ende die eigene Ordnung bewahrt habe.

In den letzten Minuten entwickelte sich ein offener Schlagabtausch. Der CfR warf alles nach vorne, während Ravensburg mit allen verfügbaren Kräften verteidigte. In der vierten Minute der Nachspielzeit erhielt Pforzheim noch einmal einen direkten Freistoß in aussichtsreicher Position. Morais übernahm die Verantwortung und brachte den Ball gefährlich auf das Tor, doch Holzbaur parierte und hielt den Heimsieg fest.

Kurz darauf war die erste Saisonniederlage der Goldstädter besiegelt. Während Ravensburg vor allem in der ersten Halbzeit die klareren Möglichkeiten besaß, sprach Sarrion von einer insgesamt sehr engen Partie.

„Am Ende wäre ein Unentschieden aus meiner Sicht für beide Mannschaften verdient gewesen“, sagte der CfR-Trainer. „Ravensburg war nicht besser als wir. Wir haben fast 70 Prozent Ballbesitz gehabt und besonders in der zweiten Halbzeit fast ausschließlich in der gegnerischen Hälfte gespielt.“

Als positiv wertete Sarrion, dass seine Mannschaft trotz der offensiven Ausrichtung in der Schlussphase nicht die Ordnung verlor: „Wir haben am Ende alles nach vorne geworfen, aber unsere Struktur nicht verloren. Von Anfang bis zum Schluss haben wir versucht, unsere Spielidee umzusetzen.“

Dennoch überwog unmittelbar nach dem Abpfiff die Enttäuschung. Vor allem der verschlafene Beginn und die fehlende Intensität in der Anfangsphase kosteten den CfR am Ende einen möglichen Punktgewinn.

„Es ist schade, weil wir diese Niederlage nicht verdient haben“, bilanzierte Sarrion. „Aber wir werden daran arbeiten.“

Bereits am kommenden Samstag bietet sich den Goldstädtern die Möglichkeit zur Reaktion. Dann empfängt der 1. CfR Pforzheim die TSG Balingen in der KRAMSKI-ARENA.