1. CfR verliert auch gegen Villingen – viel Ballbesitz, wenig Durchschlagskraft
1. CfR – FC 08 Villingen 0:2 (0:1)
Der 1. CfR Pforzheim steckt weiter in der Krise. Auch gegen den FC 08 Villingen gelang der Mannschaft von Trainer Pablo Gil Sarrión nicht die erhoffte Wende. Trotz einer engagierten ersten Halbzeit und Feldüberlegenheit mussten sich die Pforzheimer am Ende mit 0:2 geschlagen geben. Vor allem nach der Pause fehlten die Ideen, die Entschlossenheit und das letzte Aufbäumen, um die Partie noch zu drehen.
Dabei begann der 1. CfR durchaus vielversprechend. Mit einer neu formierten Dreierkette und Tom Kleinmann erstmals in der Startelf übernahmen die Hausherren von Beginn an die Initiative. Villingen agierte zunächst zurückhaltend und leistete sich zahlreiche Fehlpässe. Bereits in der 9. Minute musste Gästekeeper Hoxha eine gute Möglichkeit der Pforzheimer vereiteln. Wenig später sorgte Noah Lulic gleich zweimal für Gefahr, doch auch er brachte den Ball nicht im Tor unter.
Der 1. CfR hatte mehr vom Spiel, mehr Ballbesitz und die besseren Möglichkeiten. Doch wie so oft in den vergangenen Wochen fehlte die Konsequenz im Abschluss. Und dann kam es, wie es kommen musste: In der 34. Minute nutzte Villingen einen Fehler im Pforzheimer Spielaufbau eiskalt aus. Dominik Emminger erkannte, dass Torhüter Pius Albrecht weit vor seinem Kasten stand, und traf zur überraschenden Gästeführung. Dem jungen Pforzheimer Keeper war in dieser Situation kein Vorwurf zu machen.
Nach dem Seitenwechsel blieb der 1. CfR zwar spielbestimmend, doch gegen die kompakt stehenden Gäste fiel der Mannschaft zunehmend weniger ein. Eine Hereingabe von Katsianas-Sanchez auf Niklas Koroll sorgte in der 53. Minute noch einmal für Gefahr. Danach fehlten jedoch die zwingenden Aktionen.
Trainer Pablo Gil Sarrión versuchte mit mehreren Wechseln, neue Impulse zu setzen. Am Ende standen praktisch alle verfügbaren Offensivkräfte auf dem Platz. Doch auch das brachte nicht die erhoffte Wende. Trotz einiger Standardsituationen und viel Ballbesitz erspielte sich der CfR keine echte Torchance mehr. Was besonders enttäuschte: In der Schlussphase war kaum das entschlossene Aufbäumen zu erkennen, das in dieser schwierigen Situation notwendig gewesen wäre.
Stattdessen setzte Villingen in der vierten Minute der Nachspielzeit durch Kevin Müller mit einem erfolgreich abgeschlossenen Konter den Schlusspunkt zum 0:2.
Nach der Partie zeigte sich Trainer Pablo Gil Sarrión enttäuscht: „Unser Fehler war, dass wir im letzten Drittel wieder einmal nicht konsequent genug waren. Gerade in unserer Situation hätte das aber sein müssen. Stattdessen waren wir einfach nicht erwachsen genug.“
Mit der defensiven Leistung war der Spanier dagegen über weite Strecken zufrieden. Die Dreierkette habe grundsätzlich gut funktioniert, insbesondere im eigenen Strafraum sei stark verteidigt worden. Offensiv bemängelte er jedoch die fehlenden Lösungen: „Wir haben heute nicht in die Halbräume gefunden. Mir haben die Tiefenläufe gefehlt.“
So steht am Ende die nächste bittere Niederlage. Nach dem Derby-Debakel und dem Pokal-Aus bleibt die erhoffte Reaktion aus. Der 1. CfR muss sich vorwerfen lassen, aus seiner spielerischen Überlegenheit erneut viel zu wenig gemacht zu haben. Vor allem aber braucht die Mannschaft jetzt mehr als nur Ballbesitz und gute Ansätze: Es braucht Entschlossenheit, Leidenschaft und den unbedingten Willen, sich gegen die aktuelle Situation zu stemmen.
Foto: FuPa / Y. Le Madon