CfR gibt Führung aus der Hand – KSC II dreht intensives Derby spät

CfR gibt Führung aus der Hand – KSC II dreht intensives Derby spät

1. CfR – Karlsruher SC II 2:3 (2:1)

Es war ein intensives, temporeiches und bis in die Nachspielzeit völlig offenes Duell in der KRAMSKI-ARENA. Am Ende musste sich der 1. CfR Pforzheim der U23 des Karlsruher SC trotz einer über weite Strecken überzeugenden Vorstellung mit 2:3 geschlagen geben. Besonders bitter: Die Pforzheimer führten zur Pause verdient mit 2:1 und hatten auch nach dem Seitenwechsel Möglichkeiten, die Partie vorzeitig in ihre Richtung zu lenken. Stattdessen nutzten die Gäste in der Schlussphase ihre Chancen konsequent und drehten die Begegnung durch zwei Treffer von Mathias Fetsch.

Dabei begann die Partie denkbar ungünstig für die Gastgeber. Gerade einmal zwei Minuten waren gespielt, als Eymen Laghrissi eine Hereingabe von Devin Sür zur frühen Karlsruher Führung verwertete. Doch der CfR ließ sich von diesem Rückschlag überhaupt nicht beeindrucken. Nur zwei Minuten später folgte die perfekte Antwort: Marvin Gnaase traf zum 1:1 und brachte die Goldstädter damit sofort zurück ins Spiel.

Es entwickelte sich eine intensive Begegnung, in der beide Mannschaften mit hohem Tempo agierten. Der KSC II zeigte die erwartete spielerische Qualität einer jungen, technisch starken Mannschaft und suchte immer wieder schnell den Weg nach vorne. Doch mit zunehmender Spieldauer übernahm der CfR mehr und mehr die Kontrolle.

Pedro Almeida Morais hatte in der 21. Minute die Chance zur Führung, nachdem er sich stark den Ball erkämpft hatte, verzog jedoch knapp. Auf der anderen Seite blieb die Karlsruher Offensive stets gefährlich. Dennoch gelang es den Pforzheimern über weite Strecken sehr gut, die Räume eng zu halten und die schnellen Gäste zu kontrollieren.

Auch Simon Guggenbühler versuchte es aus der Distanz, sein Schuss aus rund 25 Metern verfehlte das Ziel nur knapp. Kurz vor der Pause erhöhte der CfR noch einmal den Druck. Cemal Durmus setzte einen Versuch hauchdünn am Tor vorbei, ehe in der 45. Minute der verdiente Lohn folgte.

Pedro Almeida Morais spielte einen sehenswerten Pass in die Tiefe, Noah Lulic nahm die Vorlage auf und vollendete stark zum 2:1. Ein wunderschön herausgespielter Treffer und zugleich Lulics fünftes Saisontor. Mit der Führung ging es in die Kabinen.

CfR kommt stark aus der Pause

Auch nach dem Seitenwechsel waren die Pforzheimer zunächst die aktivere Mannschaft. Noah Lulic sorgte unmittelbar nach Wiederanpfiff für Gefahr, und in den ersten Minuten der zweiten Hälfte erspielte sich der CfR deutlich mehr Möglichkeiten.

Die Gastgeber wirkten griffig, aggressiv und spielten weiter mutig nach vorne. In der 68. Minute lag das 3:1 förmlich in der Luft: Luka Bilac kam in aussichtsreicher Position zum Abschluss, traf den Ball jedoch nicht optimal. Die Kugel strich nur Zentimeter am Karlsruher Tor vorbei.

Es war eine der Szenen, die im Rückblick besonders schmerzen sollten.

Denn der KSC reagierte. In der 71. Minute wechselten die Gäste gleich dreifach und brachten unter anderem den erfahrenen Mathias Fetsch in die Partie. Der Wechsel sollte sich als entscheidend erweisen.

Nur drei Minuten nach seiner Einwechslung war Fetsch zur Stelle. Eine kurze Unachtsamkeit in der Pforzheimer Defensive genügte, und der Angreifer erzielte das 2:2.

Plötzlich war wieder alles offen.

Die Partie kippt in der Schlussphase

Nun bekam die Begegnung noch einmal eine völlig andere Dynamik. Das Spiel wurde hitziger, die Zweikämpfe intensiver und beide Mannschaften wollten sich mit dem Unentschieden nicht zufriedengeben. Der CfR versuchte weiterhin, nach vorne zu spielen, verlor dabei aber zunehmend die Kontrolle, die ihn zuvor ausgezeichnet hatte.

Karlsruhe wurde gefährlicher. Nico Engel hatte innerhalb weniger Minuten gleich zweimal die Gelegenheit zur Führung. Zunächst blockte die Pforzheimer Defensive seinen Schuss, wenig später setzte er einen weiteren Versuch am Tor vorbei.

Trainer Gil Sarrion reagierte mit mehreren Wechseln. Marko Pilic, Enrique Katsianas-Sanchez, Nick Schweizer sowie später Benjamin Causevic und Luis Miksic kamen in die Partie. Auch der CfR wollte unbedingt die drei Punkte.

Doch in dieser offenen Schlussphase schlugen die Gäste noch einmal zu.

In der zweiten Minute der Nachspielzeit brachte der KSC den Ball erneut gefährlich vor das Pforzheimer Tor. Wieder war Mathias Fetsch zur Stelle und erzielte mit seinem zweiten Treffer des Abends das 3:2 für die Gäste.

Der CfR warf noch einmal alles nach vorne und erkämpfte sich unmittelbar danach einen Eckball. Doch der Ausgleich wollte nicht mehr fallen. Wenig später war Schluss.

„Bis zur 70. Minute haben wir das sehr gut gelöst“

Trainer Gil Sarrion zeigte sich nach dem Spiel entsprechend enttäuscht über das Ergebnis, konnte der Leistung seiner Mannschaft über weite Strecken aber durchaus Positives abgewinnen.

Er hatte den KSC II als junge Mannschaft mit hoher individueller Qualität und viel Tempo erwartet. Genau darauf habe man sich vorbereitet. Nach dem frühen Rückstand habe seine Mannschaft sehr schnell und mit großer Qualität reagiert.

Vor allem mit der ersten Halbzeit war der Trainer zufrieden. Sein Team habe die verschiedenen Phasen des Spiels mit und ohne Ball sowie im Umschaltspiel sehr gut kontrolliert und sich mit der 2:1-Führung zur Pause belohnt.

Auch nach dem Seitenwechsel habe der CfR zunächst weiter die besseren Möglichkeiten gehabt. Sarrion verwies dabei auf mehrere Situationen, in denen seine Mannschaft die Führung hätte ausbauen können.

„Bis ungefähr zur 70. Minute haben wir das sehr gut gelöst“, lautete seine Einschätzung. Danach sei es seiner Mannschaft jedoch nicht mehr gelungen, die zuvor vorhandene Kontrolle aufrechtzuerhalten. Die Abstände seien größer geworden, Karlsruhe habe höher gepresst und durch die eingewechselten Spieler noch einmal neue Qualität in die Partie gebracht.

Besonders ärgerlich aus Sicht des Trainers: Beide Gegentreffer in der Schlussphase entstanden nach Situationen, die der CfR zuvor lange gut verteidigt hatte. Beim entscheidenden 2:3 hätte seine Mannschaft die Partie möglicherweise beruhigen und den Ball aus dem Spiel nehmen können. Stattdessen suchte der CfR selbst noch den Sieg – und wurde dafür in der Nachspielzeit bestraft.

Viel Aufwand, kein Ertrag

So stand am Ende eine Niederlage, die besonders deshalb schmerzte, weil der CfR über lange Phasen mindestens auf Augenhöhe war und sich zahlreiche Möglichkeiten erspielte.

„Wir bekommen viel zu viel mit ganz wenig“, fasste Sarrion eines der derzeitigen Probleme zusammen. Kleine Unachtsamkeiten würden momentan zu konsequent bestraft.

Positiv hob der Trainer ausdrücklich die Unterstützung von den Rängen hervor. Die Stimmung in der KRAMSKI-ARENA sei für seine Mannschaft enorm wichtig. Gerade wenn mehrere hundert Zuschauer das Team lautstark unterstützen, gebe dies den Spielern zusätzliche Energie und Selbstvertrauen.

Hier gibt’s den Liveticker und die Video-Highlights

 

Nun gilt es, die Enttäuschung über die späte Niederlage möglichst schnell abzuschütteln. Denn trotz des bitteren Endes zeigte die Partie auch, dass der CfR gegen eine spielstarke Mannschaft wie den KSC II über weite Strecken sehr gut mithalten und das Spiel sogar bestimmen kann.

Was fehlte, war am Ende die Belohnung.