Neuer Trainer des 1. CfR kommt von Real Madrid

Neuer Trainer des 1. CfR kommt von Real Madrid

Auf der Suche nach einem geeigneten Trainer für das Oberligateam des 1. CfR ist die Vereinsführung bereits vor einigen Wochen fündig geworden. Das Amt wird ab der neuen Saison bekleidet von

Pablo Gil Sarrión.

Der 37-jährige verfügt mit der UEFA-Pro-Lizenz über die höchste Qualifikationsstufe für die Aufgabe.

Die Karriere des Spaniers begann in seiner Geburtsstadt Murcia. 16 Jahre trug er das Trikot seines Heimatvereins, wo er es von der Jugend bis in die Herrenmannschaft in der zweiten spanischen Liga geschafft hat. Später wechselte der Abwehrspieler zu Real Madrid Castilla, der Nachwuchsmannschaft des Spitzenclubs der spanischen Hauptstadt, wo er in der Primera Federación, der dritten Liga, spielte. Hier trainierte er teilweise unter Trainer José Mourinho in der ersten Mannschaft mit. Dort traf er u. a. auf Iker Casillas, Sergio Ramos, Pepe, Marcelo, Alvaro Arbeloa, Kaká, Mesut Özil, Sami Khedira, Xabi Alonso, Ángel di Maria, Karim Benzema und Cristiano Ronaldo. 2007 wurde er mit der spanischen U19-Nationalmannschaft Europameister.

2012 wechselte Pablo zu Sparta Prag, wo er unter anderem mit Vaclav Kadlec, Marec Cech, Tomas Zapotocny und Jiri Jarosek zusammenspielte und 2014 tschechischer Meist wurde. Nach einer längeren Verletzungspause ging er wieder nach Spanien, wo er in der 3. Liga spielte. 2017 vermittelte ihn ein Freund, mit dem er U19-Europameister wurde, nach Deutschland. Der FC 08 Villingen war 2017 seine erste Station. Ein Jahr später wechselte er für zwei Jahre zur TSG Balingen.

Ich habe in Deutschland schöne drei Jahre verbracht. Hier habe ich meine Frau geheiratet und nach meiner langen Verletzungspause den Fußball wieder lieben gelernt.

Die letzten 5 Jahre verbrachte Pablo in Fundaction Real Madrid und Getafe CF als Trainer und Technischer Direktor, um die Methodik und die Werte des spanischen Spitzenclubs zu vermitteln.

Mein Wechsel nach Deutschland war keine einfache Entscheidung. Das war vermutlich eine der wichtigsten Entscheidungen meines Lebens. Aber ich möchte für mich und meine Familie in Deutschland etwas aufbauen. Ich möchte, dass mein 3-jähriger Sohn hier aufwachsen kann. Er soll eine weitere Sprache lernen und die deutsche Mentalität kennenlernen: Die Einstellung zur Arbeit, den Respekt, die Strukturen und die Leidenschaft, etwas aufbauen zu wollen.

Der Kontakt zu Pablo kam über Giuseppe Ricciardi zustande. Der Pforzheimer Sportdirektor wollte den Defensivspezialisten bereits vor Jahren als Spieler verpflichten. Aber damals kam die Zusammenarbeit nicht zustande, weil er wegen seiner Knieverletzung in keiner guten körperlichen Verfassung war. Deshalb ging er nach Baligen wieder zurück nach Spanien.

Die Vorfreude des neuen Trainers ist groß:

Ich möchte hier ein Projekt beginnen. Zuerst einmal möchte ich Pforzheim und den 1. CfR kennenlernen. Ich möchte genau wissen, wie hier alles funktioniert, wie die Menschen ticken, wie die Mentalität ist. Ich wünsche mir, dass wir alle gemeinsam bestmöglich mit dem Verein identifizieren und dass alle hinter dem Verein und dem Plan stehen. Wir werden Fehler machen, aber durch harte Arbeit werden wir uns verbessern und weiterkommen. Wir wollen gewinnen, aber das wird Zeit und Geduld erfordern.

Als Trainer möchte ich sehr nahe an der Mannschaft sein. Das wichtigste für mich ist der gegenseitige Respekt. Das steht über allem. Respekt bedeutet auch Disziplin, ohne sie geht es nicht. Natürlich muss es auch Spaß machen. Aber das ist keine Spaßveranstaltung. Viele Leute arbeiten hart um den Verein am Laufen zu halten, das ist meistens kein Spaß. Dafür verdienen sie sich unbedingten Respekt. Auch ich habe Spaß – aber nur, wenn ich gewinne oder zumindest 100% gegeben habe.

Auch Giuseppe Ricciardi freut sich auf die Zusammenarbeit:

Pablo ist ein Fußballer, den ich schon lange wollte. Es gab schon früher den Kontakt, als ich ihn als Spieler verpflichten wollte. Er ist ein Trainer, der aus seiner Zeit als Spieler sehr viel mitbringt. Die Gespräche mit ihm haben uns überzeugt. Er passt von seiner Spielidee und seiner Einstellung sehr gut zu uns. Es war ein glücklicher Umstand, dass er gerade jetzt wieder nach Deutschland zurückkehren wollte.

Wir begrüßen Pablo Gil Sarrión herzlich als neuen Trainer des 1. CfR Pforzheim. Ihm und seiner Familie wünschen wir einen guten Start, Gesundheit und Erfolg.