Später Ausgleich belohnt kämpferischen CfR – 1:1 in Reutlingen

Später Ausgleich belohnt kämpferischen CfR – 1:1 in Reutlingen

SSV Reutlingen – 1. CfR  1:1 (0:0)

Mit einer starken kämpferischen Leistung und dem nötigen Quäntchen Glück erkämpfte sich der 1. CfR Pforzheim beim favorisierten SSV Reutlingen ein 1:1-Unentschieden. Emre Yalcin sorgte mit seinem Treffer in der 84. Minute für den umjubelten Ausgleich. Nach den zuletzt enttäuschenden Ergebnissen ein wichtiger Punktgewinn für die Mannschaft von Pablo Gil Sarrión.

Die Vorzeichen waren alles andere als günstig. Mit 13 Gegentoren aus den letzten vier Spielen reiste der CfR an die Kreuzeiche. Dort wartete mit dem SSV Reutlingen eine der stärksten Mannschaften der Liga, die zudem mit zahlreichen ehemaligen Pforzheimer Spielern und Ex-CfR-Trainer Thomas Herbst an der Seitenlinie antrat.

Die Gastgeber übernahmen von Beginn an die Initiative und setzten die Pforzheimer Defensive unter Druck. Doch anders als in den vergangenen Begegnungen präsentierte sich der CfR deutlich stabiler und konzentrierter. Torhüter Albrecht bewahrte seine Mannschaft mit einer starken Parade in der 27. Minute vor einem Rückstand. Gegen Ende der ersten Halbzeit wurden auch die Pforzheimer mutiger. Rega und Lulic sorgten für erste offensive Akzente. So ging es mit einem nicht unverdienten 0:0 in die Kabinen.

Nach dem Seitenwechsel erhöhte Reutlingen den Druck deutlich. Immer wieder musste Albrecht eingreifen, in der 62. Minute rettete nach einer turbulenten Szene im Pforzheimer Strafraum sogar die Latte. Die Gastgeber waren dem Führungstreffer nun wesentlich näher.

In der 74. Minute war es schließlich so weit: Nach einem unnötigen Ballverlust im Pforzheimer Spielaufbau kam der eingewechselte Konstantinos Markopoulos an den Ball und traf aus zwölf Metern unhaltbar zum 1:0.

Doch der CfR steckte nicht auf. Trainer Gil Sarrión reagierte, verstärkte die Offensive und brachte unter anderem Emre Yalcin. Der Mut wurde belohnt: In der 84. Minute setzte sich Gianluca Trianni auf der rechten Außenbahn hervorragend durch und spielte den Ball scharf nach innen. Dort stand Yalcin goldrichtig und verwandelte aus zwölf Metern zum 1:1.

In den Schlussminuten drängten die Pforzheimer sogar noch auf den Siegtreffer. Am Ende blieb es jedoch bei der Punkteteilung, die sich die Mannschaft durch ihren unbedingten Willen und ihre Moral ein Stück weit verdient hatte.

Gil Sarrión: „Ein Riesenkompliment an meine Spieler“

Nach dem Spiel zeigte sich CfR-Trainer Pablo Gil Sarrión erleichtert und stolz auf seine Mannschaft:

„Wir sind in einer sehr schwierigen Phase hierhergekommen und haben gegen eine Top-Mannschaft mit enormer individueller Qualität gespielt. In der ersten Halbzeit haben wir defensiv sehr gut gearbeitet.“

Nach dem Rückstand habe er zunächst befürchtet, dass seine Mannschaft sich ihrem Schicksal ergeben könnte. „Deshalb habe ich drei Stürmer eingewechselt. Wir haben dann unsere einzige große Chance in der zweiten Halbzeit genutzt. Dafür ein Riesenkompliment an meine Spieler.“

Gleichzeitig räumte der Spanier ein: „Heute hatten wir das Glück, das uns in den letzten Spielen gefehlt hat. Im Moment müssen wir für unsere Punkte leider mehr arbeiten als unsere Gegner.“

Herbst: „Wir hätten ganz klar gewinnen müssen“

Auf der Gegenseite haderte SSV-Trainer Thomas Herbst mit der mangelnden Chancenverwertung seiner Mannschaft.

„Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht, aber kein gutes Ergebnis erzielt. Wir erarbeiten uns unglaublich viele Chancen, aber uns fehlen einfach die Tore. Heute hätten wir ganz klar als Sieger vom Platz gehen müssen.“

Herbst erinnerte auch an das 1:1 der vergangenen Saison in Pforzheim, als seine damalige Reutlinger Mannschaft mit viel Glück einen Punkt geholt hatte. „Heute war es genau umgekehrt. Aber so ist Fußball. Manchmal reicht ein einziger Moment, um den Sieg aus der Hand zu geben.“

Für den 1. CfR ist dieser Punktgewinn mehr als nur ein Unentschieden. Nach schwierigen Wochen zeigte die Mannschaft endlich wieder jene Geschlossenheit, Einsatzbereitschaft und Moral, die zuletzt so oft vermisst wurden. Auch wenn spielerisch noch längst nicht alles gelang, könnte dieser Auftritt ein wichtiger Schritt aus der Krise gewesen sein.