Starke erste Halbzeit sichert dem CfR wichtigen Heimsieg gegen Teningen

Starke erste Halbzeit sichert dem CfR wichtigen Heimsieg gegen Teningen

1. CfR Pforzheim – FC Teningen  3:2 (3:0)

Nach der bitteren Niederlage gegen die Young Boys Reutlingen zeigt der 1. CfR Pforzheim die erhoffte Reaktion. Mit einer überzeugenden ersten Halbzeit und einer verdienten 3:0-Führung legt die Mannschaft von Pablo Gil Sarrión den Grundstein für einen wichtigen 3:2-Erfolg gegen den FC Teningen. Nach dem Seitenwechsel wird es allerdings noch einmal richtig spannend.

Es war ein Spiel mit zwei völlig unterschiedlichen Halbzeiten, das die Zuschauer am Samstagnachmittag in der KRAMSKI-ARENA erlebten. Nach der deutlichen 1:5-Niederlage gegen die Young Boys Reutlingen unter der Woche stand der 1. CfR Pforzheim gegen den FC Teningen unter Zugzwang. Die Mannschaft wollte Wiedergutmachung betreiben und vor allem endlich wieder einen Heimsieg feiern. Am Ende gelang beides – auch wenn die Gastgeber nach einer komfortablen 3:0-Führung noch einmal gehörig ins Schwitzen kamen.

Blitzstart durch Luca Rega

Die Pforzheimer erwischten einen Auftakt nach Maß. Gerade einmal drei Minuten waren gespielt, als Luca Rega einen folgenschweren Ballverlust der Gäste in der eigenen Hälfte blitzschnell ausnutzte. Der Mittelfeldspieler schnappte sich die Kugel, drang in den Strafraum ein und schob überlegt ins linke Eck zur frühen 1:0-Führung ein.

„Wir hatten am Anfang sicherlich auch etwas Glück mit diesem frühen Tor nach einem Ballverlust des Gegners“, räumte CfR-Trainer Pablo Gil Sarrión nach der Partie ein. Doch unabhängig von diesem Geschenk zeigte seine Mannschaft von Beginn an eine ganz andere Körpersprache als noch wenige Tage zuvor.

Mit einer klaren offensiven Struktur, viel Bewegung und einem variablen Angriffsspiel stellte der CfR die Gäste immer wieder vor Probleme. Die Pforzheimer machten das Spielfeld breit, kombinierten gefällig und fanden regelmäßig Lücken in der Teninger Defensive.

Allerdings versteckten sich auch die Gäste nicht. In der neunten Minute hatte Milan Weber den Ausgleich auf dem Fuß, doch CfR-Keeper Altmann reagierte glänzend und lenkte den gefährlichen Schuss aus halbrechter Position zur Seite.

Auf der Gegenseite sorgten vor allem Marvin Gnaase und Noah Lulic für Gefahr. Nach einer schönen Flanke von Gnaase fehlten Lulic zunächst nur Zentimeter zum Torerfolg. In der 20. Minute setzte der Angreifer einen Schuss aus der Drehung noch über das Gehäuse. Nur eine Minute später machte er es besser: Nach einer von Gnaase vorbereiteten Aktion und mehreren zunächst abgeblockten Schussversuchen kam Lulic aus kurzer Distanz erneut an den Ball und drosch ihn unhaltbar zum 2:0 in die Maschen. Für den Stürmer war es bereits der sechste Saisontreffer.

Sagert krönt eine überzeugende erste Halbzeit

Auch mit der Zwei-Tore-Führung im Rücken blieb der CfR konzentriert. Die Mannschaft agierte kompakt, verschob geschickt und ließ den Gästen trotz einiger Standardsituationen nur wenig Raum zur Entfaltung. Teningen versuchte zwar, sich immer wieder nach vorne zu kombinieren, biss sich aber an der gut organisierten Pforzheimer Defensive meist die Zähne aus.

In der 40. Minute belohnten sich die Gastgeber für ihren engagierten Auftritt mit dem dritten Treffer. Nach einem Eckball von Pedro Almeida Morais stieg Yannick Mario Sagert am Fünfmeterraum am höchsten und köpfte den Ball platziert zum 3:0 ins Netz. Es war der erste Saisontreffer für den Abwehrspieler und bereits die neunte Torvorlage von Morais.

Mit diesem Ergebnis ging es auch in die Kabinen. Der CfR hatte eine der überzeugendsten Halbzeiten der vergangenen Wochen gezeigt und schien auf dem besten Weg zu einem ungefährdeten Heimerfolg.

Auch Trainer Pablo Gil Sarrión war mit dem Auftritt seiner Mannschaft in den ersten 45 Minuten sehr zufrieden: „Wir hatten eine gute offensive Struktur und sehr viel Mobilität in unserem Spiel. Das war für Teningen schwer zu verteidigen. Gleichzeitig waren wir sehr kompakt. Wir haben breit angefangen und zur Halbzeit völlig verdient mit 3:0 geführt.“

Teningen verändert das Spiel

Nach dem Seitenwechsel bot sich den Zuschauern allerdings ein völlig anderes Bild. Die Gäste reagierten auf den deutlichen Rückstand mit gleich drei personellen Veränderungen und einer taktischen Umstellung. Teningen presste nun deutlich früher, setzte die Pforzheimer bereits beim Spielaufbau unter Druck und gewann zunehmend die Kontrolle über das Geschehen.

Der CfR tat sich schwer, auf diese Veränderungen zu reagieren. Die zuvor so selbstverständliche Bewegung ohne Ball ließ nach, die Passwege wurden enger und die Gastgeber fanden immer seltener Lösungen gegen das aggressive Anlaufen der Gäste.

„Teningen hat in der zweiten Halbzeit seine Struktur verändert und uns viel früher gepresst. In dieser Situation hätten wir noch mehr Mobilität gebraucht als zuvor. Das haben wir nicht gut genug umgesetzt. Teningen hat es dann wirklich sehr gut gemacht“, analysierte Gil Sarrión.

Die Gäste erspielten sich nun zahlreiche Standardsituationen und drängten auf den Anschlusstreffer. Bereits in der 53. Minute musste die Pforzheimer Defensive bei einer guten Gelegenheit von Stephan Stübbe eingreifen.

Zwar hatte Enrique Katsianas-Sanchez in der 64. Minute nach einem Distanzschuss noch eine Möglichkeit für die Gastgeber, doch zwei Minuten später war es auf der anderen Seite so weit: Nach einer gelungenen Kombination bis an den Strafraum kam Jonas Schmieder zum Abschluss und traf mit einem platzierten Schuss ins Eck zum 3:1.

Der Treffer gab den Gästen weiteren Auftrieb. Während Teningen nun immer mutiger wurde, schien beim CfR zunehmend die Sicherheit verloren zu gehen. Die Mannschaft konnte sich nur noch selten aus dem Druck befreien und musste immer häufiger in der Defensive Schwerstarbeit verrichten.

In der 78. Minute hatte Niklas Froß die große Gelegenheit, die Begegnung endgültig wieder spannend zu machen. Nach einem Pforzheimer Ballverlust zog er aus rund 18 Metern ab, verfehlte das lange Eck jedoch knapp.

Auf der Gegenseite hätte Noah Lulic in der 84. Minute für die Entscheidung sorgen können. Nach einem schönen Zuspiel traf der Angreifer zwar ins Netz, stand jedoch im Abseits. Der Treffer wurde nicht anerkannt.

Elfmeter sorgt für dramatische Schlussphase

In den letzten Minuten warfen die Gäste noch einmal alles nach vorne. Der CfR verteidigte mit großem Einsatz, konnte sich aber kaum noch befreien. In der 90. Minute hatte Teningen eine weitere gute Gelegenheit, wenig später sorgten ein Freistoß und eine unübersichtliche Situation im Pforzheimer Strafraum erneut für Gefahr.

In der fünften Minute der Nachspielzeit folgte schließlich der nächste Rückschlag für die Gastgeber. Nach einem Zweikampf von Admir Osmicic im Strafraum entschied Schiedsrichter Marvin Hoffmann auf Strafstoß. Niklas Froß ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen und verwandelte präzise ins Eck zum 3:2. Torhüter Altmann war zwar noch in der Nähe des Balles, konnte den Treffer aber nicht verhindern.

Plötzlich wurde aus dem vermeintlich sicheren Heimsieg eine echte Zitterpartie. Die Gäste hofften auf den späten Ausgleich, doch die Pforzheimer warfen noch einmal alles in die Waagschale und verteidigten ihren knappen Vorsprung bis zum Schlusspfiff in der achten Minute der Nachspielzeit.

Der Jubel über die drei wichtigen Punkte war entsprechend groß – auch wenn die Erleichterung nach den turbulenten Schlussminuten deutlich zu spüren war.

Gil Sarrión: „Uns fehlt noch die Stabilität“

Nach der Partie zeigte sich Pablo Gil Sarrión mit dem Ergebnis zufrieden, fand aber auch deutliche Worte für den Leistungsabfall seiner Mannschaft nach dem Seitenwechsel.

„Wir haben heute zwei verschiedene Spiele gesehen“, fasste der Spanier zusammen. Während seine Mannschaft die erste Halbzeit mit einer klaren Struktur und hoher Beweglichkeit bestimmt hatte, sei es nach der Pause nicht gelungen, auf die Veränderungen des Gegners angemessen zu reagieren.

Dabei erinnerte ihn der Spielverlauf an die Begegnung gegen die Sport-Union Neckarsulm. Auch damals hatte der CfR mit 3:0 geführt, anschließend jedoch zunehmend die Kontrolle verloren.

„Es war heute ein bisschen wie gegen Neckarsulm. Wir führen mit 3:0, und plötzlich schleicht sich vielleicht die Angst ein, dass wir etwas zu verlieren haben. Das zeigt, dass uns noch Stabilität fehlt“, erklärte der Trainer.

Für Gil Sarrión ist dies auch Teil des Entwicklungsprozesses seiner Mannschaft. Seine Spielidee soll sich weiter festigen, damit die Spieler auch unter Druck und bei einer deutlichen Führung ihre Struktur und Sicherheit behalten.

„Wir brauchen dafür einfach noch Zeit“, betonte der 38-Jährige und machte zugleich deutlich, wie knapp der Erfolg am Ende gewesen war: „Das Spiel hätte auch anders ausgehen können.“

Wichtiger Erfolg mit Erkenntnissen für die kommenden Aufgaben

Unter dem Strich bleibt ein verdienter, aber hart erkämpfter 3:2-Heimsieg. Die erste Halbzeit zeigte eindrucksvoll, welches Potenzial in der Pforzheimer Mannschaft steckt. Mit hoher Laufbereitschaft, gutem Positionsspiel und einer klaren offensiven Struktur dominierte der CfR die Begegnung und erspielte sich eine komfortable Führung.

Gleichzeitig machte die zweite Halbzeit deutlich, dass die Mannschaft noch an ihrer Konstanz und mentalen Stabilität arbeiten muss. Eine 3:0-Führung darf nicht dazu führen, dass die eigene Spielidee verloren geht und der Gegner wieder zurück ins Spiel findet.

Doch nach den zuletzt enttäuschenden Ergebnissen zählt zunächst vor allem eines: Der 1. CfR Pforzheim hat die erhoffte Reaktion gezeigt, drei wichtige Punkte eingefahren und seinen Fans endlich wieder einen Heimsieg beschert.

Ein Erfolg, der Selbstvertrauen geben dürfte – und zugleich zeigt, woran in den kommenden Wochen weiter gearbeitet werden muss.