1. CfR belohnt starke Schlussphase – 3:3 gegen den SV Spielberg

1. CfR belohnt starke Schlussphase – 3:3 gegen den SV Spielberg

1. CfR Pforzheim – SV Spielberg 3:3 (1:2)

Ein Testspiel mit gleich mehreren erfreulichen Comebacks, zwei sehr unterschiedlichen Spielhälften und einer beeindruckenden Moral zum Schluss: Der 1. CfR Pforzheim trennte sich vom SV Spielberg mit 3:3. Dabei lagen die Pforzheimer bis kurz vor Schluss noch mit 1:3 zurück, ehe Pedro Almeida Morais und Noah Lulic mit zwei späten Treffern noch für den Ausgleich sorgten.

Für Trainer Pablo Gil Sarrión stand an diesem Abend allerdings nicht allein das Ergebnis im Vordergrund. Mehrere Spieler, die aufgrund langwieriger Verletzungen über Monate hinweg keine oder kaum Spielpraxis sammeln konnten, sollten wieder Wettkampfluft schnuppern. Besonders erfreulich war dabei das Comeback von Luka Bilac, der nach seiner schweren Verletzung und rund einjähriger Pause erstmals wieder auf dem Platz stand. Auch Salvatore Marrone kehrte nach langer Verletzungszeit zurück.

Dass die neu formierte CfR-Elf zunächst Schwierigkeiten haben würde, war durchaus einkalkuliert. Die Gäste aus Spielberg nutzten dies allerdings konsequent. Bereits in der 9. Minute kam Yannick Rastetter frei zum Abschluss und ließ Pius Albrecht im Pforzheimer Tor keine Chance – 0:1.

Spielberg blieb anschließend gefährlich. Albrecht verhinderte gegen Max Siefert mit einer starken Parade zunächst einen weiteren Gegentreffer. Auf der anderen Seite benötigte der CfR etwas Zeit, um offensiv ins Spiel zu finden. In der 22. Minute sorgte Gianluca Trianni nach einer Flanke von Bilac mit einem Kopfball für die erste große Möglichkeit.

Drei Minuten später fiel der Ausgleich. Nach einer Hereingabe von der rechten Seite nahm Luis Miksic den Ball direkt und hämmerte ihn zum 1:1 ins rechte untere Eck.

Die Freude hielt allerdings nicht lange. Bereits in der 29. Minute kam Max Siefert im Pforzheimer Strafraum zu frei zum Abschluss und brachte Spielberg erneut in Führung. Die Gäste kombinierten weiterhin gefällig und hatten durch Rastetter eine weitere gute Gelegenheit. Kurz vor der Pause hätte Miksic beinahe erneut ausgeglichen. Nach einer Flanke von Trianni wurde sein Abschluss jedoch auf der Torlinie geblockt.

So ging Spielberg mit einer nicht unverdienten 2:1-Führung in die Kabine.

Zahlreiche Wechsel und höheres Tempo

Zur zweiten Hälfte wechselte Gil Sarrión kräftig durch. Sven Altmann übernahm das Tor, zudem kamen unter anderem Yasin Raouafi, Emre Yalcin und Salvatore Marrone ins Spiel. Im weiteren Verlauf folgten Admir Osmicic, Cemal Durmus, Enrique Katsianas-Sanchez, Noah Lulic, Pedro Almeida Morais, Luca Rega und Niklas Koroll.

Der CfR erhöhte nun deutlich das Tempo und erspielte sich Möglichkeiten. Benjamin Causevic lief in der 53. Minute der Spielberger Defensive davon, setzte den Ball aus rund zehn Metern jedoch am Tor vorbei. Wenige Minuten später verhinderte Altmann auf der Gegenseite mit einer Glanzparade gegen Rastetter zunächst das dritte Gegentor.

In der 61. Minute fehlten dann nur Zentimeter zum Pforzheimer Ausgleich: Causevic zog aus rund 15 Metern ab und traf den Querbalken.

Praktisch im Gegenzug fiel stattdessen das 1:3. Altmann konnte zunächst noch hervorragend parieren, doch die Pforzheimer Defensive bekam den Ball anschließend nicht aus der Gefahrenzone. Claudio Ritter nutzte die Gelegenheit und traf unhaltbar in den Winkel.

Trotz des Zwei-Tore-Rückstands gab sich der CfR nicht geschlagen. Mit den weiteren Wechseln erhöhte Pforzheim nochmals den Druck. Die Gastgeber rannten an, während Spielberg lange Zeit geschickt und konsequent verteidigte. Cemal Durmus hatte in der 80. Minute eine weitere gute Gelegenheit.

Lulic und Morais leiten die Aufholjagd ein

Was zunächst nach einer Testspielniederlage aussah, entwickelte sich in den letzten Minuten doch noch zu einer bemerkenswerten Aufholjagd.

In der 88. Minute setzte sich Noah Lulic stark auf der Außenbahn durch und brachte den Ball nach innen. Pedro Almeida Morais stand richtig und verkürzte auf 2:3.

Plötzlich war der CfR wieder da – und warf in der Schlussphase noch einmal alles nach vorne.

Die Belohnung folgte tatsächlich mit dem Schlusspfiff: In der Nachspielzeit erzielte Noah Lulic das 3:3 und sorgte damit für einen versöhnlichen Abschluss eines Testspiels, bei dem die Pforzheimer insbesondere in der zweiten Halbzeit eine deutliche Leistungssteigerung gezeigt hatten.

Trainer Pablo Gil Sarrión ordnete das Ergebnis anschließend entsprechend ein. In der ersten Hälfte sei der Tempounterschied aus Pforzheimer Sicht erwartbar gewesen, da das Ziel vor allem darin bestanden habe, lange verletzten Spielern wieder Spielpraxis zu ermöglichen.

Durch einige unkonzentrierte Fehler haben wir Tore kassiert und gleichzeitig unsere eigenen Chancen nicht genutzt

erklärte der CfR-Coach. In der zweiten Halbzeit habe seine Mannschaft das Tempo dann deutlich erhöht und sich dadurch mehr Möglichkeiten erarbeitet.

Besonders zufrieden zeigte sich Gil Sarrión mit der Einstellung seiner Mannschaft in der Schlussphase:

Wir haben bis zum Schluss nach vorne gespielt und sogar noch versucht, das Spiel zu gewinnen. Das ist sehr positiv. Gleichzeitig haben wir gesehen: Wenn wir bei 100 Prozent sind, können wir unsere Leistung bringen – 90 Prozent reichen aber nicht.

Mindestens ebenso wichtig wie das Ergebnis war für den Trainer die Rückkehr der Langzeitverletzten:

Spieler, die zwölf Monate, sechs Monate oder fünf Monate ohne Spielzeit waren, haben heute wieder den Rasen, den Ball und die Zweikämpfe gespürt. Das war für uns sehr wichtig.

So stand am Ende zwar „nur“ ein 3:3 auf der Spielberichtsbogen. Für den CfR brachte der Abend aber wesentlich mehr: wertvolle Spielpraxis für mehrere Rückkehrer, wichtige Erkenntnisse für das Trainerteam – und die Gewissheit, dass die Mannschaft auch nach einem 1:3-Rückstand bis zur letzten Sekunde nicht aufgibt.

Bereits am kommenden Samstag geht es für den 1. CfR weiter. Dann steht in der Oberliga Baden-Württemberg das Auswärtsspiel in Essingen auf dem Programm.